Warum sich die FSO nicht am letzten Bildungsstreik beteiligt hat
Die Freie SchülerInnen Organisation (FSO), als Mitinitiatorin des ersten Bildungsstreiks 2008 und als Bündnispartnerin in den darauf folgenden Aktionen bezüglich bildungspolitischer Themen, hat sich nun dazu entschlossen, keine weiteren Aktionen mit dem bestehenden Bildungsstreik-Bündnis durchzuführen. Die reformistischen Forderungen des Tübinger Bündnisses sind nicht vereinbar mit den Ansichten der FSO.
Wir sind der Meinung, dass ein Bildungssystem innerhalb des Kapitalismus nicht frei von dessen Zwängen bestehen kann. Eine Reform des Bildungssystems hätte demnach nur zur Folge, dass durch geringe Verbesserungen der Blick vom eigentlichen Problem auf die Symptome gelenkt wird.
Der Kapitalismus hat unvermeidbar zur Folge, dass jede und jeder für den Markt möglichst verwertbar zu sein hat, um die eigene Existenz zu sichern und die nationale Wirtschaft zu stärken. Das Wissen, welches uns in den Bildungsstätten vermittelt werden soll, hat die Funktion uns auf gerade diese Verwertung vorzubereiten. Diese Vorgaben widersprechen jedoch unserem Wunsch, frei von jeglichen Zwängen selbstbestimmt lernen zu können.
Dies ist der Grund, warum wir uns nicht an reformistischen Protesten wie diesem beteiligen. Lieber schlafen wir aus und diskutieren über die Ursachen der Probleme. Aus diesen Diskussionen und Analysen möchten wir Aktionen vorbereiten, die uns einer befreiten Gesellschaft näher bringen. Wenn ihr euch daran beteiligen wollt, seid ihr jeden Freitag um 17:00Uhr herzlich zu unserem Plenum im Schüli (Neckarhalde 32) eingeladen.
Die Gruppen des Bildungsstreiks sind in letzter Zeit dazu übergegangen, Uni-Gebäude zu besetzen. Dies werten wir trotz der reformistischen Inhalte als postitiv. Durch die Besetzung der Räume werden neue Plattformen geschaffen, an denen diskutiert und geplant werden kann. Der Vorteil an demVeranstalungsort Uni ist, dass sich dort auch neue Menschen in die Diskussion mit einbringen können und die Auseinandersetzung mit dem Thema nicht, wie schon so oft, bei den „üblichen Verdächtigen“ bleibt. Daher solidarisieren wir uns mit den Besetzer_innen der einzelnen Unis und hoffen, dass die Basis genutzt wird, um emanzipatorische Inhalte zu erarbeiten. Diese Räume sollten jedoch nicht dazu dienen, reaktionären und religösen Gruppen eine Plattform zu bieten. |